
Wer weiß, was beanspruchte Winterhaut in dieser Jahreszeit braucht, kann der zusätzlichen Beanspruchung gezielt entgegenwirken. So bleibt der Teint frisch und gesund, auch wenn draußen Frost, rauer Wind und Schneegestöber herrschen.
Die Hamburger Hautärztin Dr. Wiebels, die in der freien Hansestadt eine etablierte dermatologische Praxis betreibt, erklärt im Expertenbeitrag, worauf es im Winter wirklich ankommt – und welche Pflegeroutine sich bewährt hat.
Warum die Haut im Winter besonders geschützt werden muss
Im Winter gerät die Haut gleich mehrfach unter Druck: Die Außentemperaturen sind niedrig, die Luftfeuchtigkeit nimmt ab und durch das verstärkte Heizen in Innenräumen trocknet die Umgebungsluft zusätzlich aus. Der ständige Wechsel zwischen kalt und warm, die trockene Heizungsluft und die Einflüsse von Klimaanlagen und Lüftungssystemen in Geschäften und Büroräumen führen dazu, dass die Hautbarriere geschwächt wird.
Die Haut spannt, wirkt rauer und ist anfälliger für Irritationen. Fällt in höheren Lagen der erste Schnee, kann die reflektierte UV-Strahlung auf der weißen Pracht der Haut zusätzlich zusetzen. Deshalb ist auch und vor allem im Winter ein konsequenter UV-Schutz für die empfindliche Gesichtshaut unerlässlich.
Die erfahrene Dermatologin weiß aus ihrem Praxisalltag, dass viele Menschen die winterlichen Belastungen unterschätzen und ihre Hautpflege zu stark an Sommerbedingungen orientieren. Ihr wichtigster Pflegetipp ist daher:
„Die Pflegeroutine für die empfindliche Gesichtshaut sollte an die Saison und ihre besonderen Anforderungen angepasst werden. Das bedeutet, dass wir in den kalten Wintermonaten nicht auf dieselben Pflegeprodukte setzen sollten, wie im Sommer.“
Die richtige Pflege für strahlend schöne Winterhaut: 5 bewährte Tipps
- Reinigung mit Maß und Milde
Verzichte im Winter auf aggressive Reinigung mit viel Schaum, Alkohol oder stark entfettenden Produkten. Stattdessen empfiehlt sich eine milde Reinigung mit lauwarmem Wasser und einem hautfreundlichen Produkt – am besten ganz ohne Duftstoffe. So bleibt der natürliche Hautfilm weitgehend erhalten und kann die Haut gegen äußere Einflüsse schützen.
- Die Hautbarriere gezielt stärken
Nach der Reinigung folgt eine Pflege, die die Hautbarriere stärkt. Besonders gut geeignet sind rückfettende Cremes mit Ceramiden oder lipidhaltige Texturen. Traue Dich ruhig an pflegende Öle oder reichhaltigere Nachtcremes – je nach Hauttyp und Empfindlichkeit. Die trockene Heizungsluft und die winterliche Kälte entziehen der Haut viel Feuchtigkeit, sodass in dieser Jahreszeit eine fettigere Pflege sinnvoll sein kann.
Extratipp :
Bei empfindlicher Haut im Winter ist es wichtig, auf mechanische Überbeanspruchung zu verzichten (z. B. starkes Rubbeln nach dem Duschen).
- UV- und Lichtschutz nicht vergessen
Auch wenn die Sonne uns im Winter schwächer erscheint: Vor allem bei Schnee und in höheren Lagen kann die UV-Strahlung stark reflektiert werden.
Unsere Expertin unterstreicht: „Ein Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30 sollte auch im Winter und bei Schnee nicht fehlen.”
- Innen- und Außenpflege gemeinsam denken
Neben äußerer Pflege lohnt sich auch ein Blick auf die innere Versorgung unserer Haut: Ausreichend Trinken, eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung und der Fokus auf entzündungshemmende Lebensmittel kann unserer Haut jetzt besonders guttun.
- Spezielle Pflege für Extremzonen
Besondere Aufmerksamkeit bei der Winterpflege verdienen Gesicht, Hände und Lippen. Diese Hautregionen sind typischerweise am stärksten von Kälte und Wind betroffen. Wer morgens und abends eine fettigere Handpflege verwendet, schützt die Hände effektiv vor Rissen.
Für die empfindliche Gesichtshaut gilt als grundlegender Pflegetipp:
Eine reichhaltigere Creme in der Nacht und tagsüber eine Tagespflege mit Pflegefilm wirken einem unangenehmen Spannungsgefühl und Rötungen entgegen.
Was hilft bei empfindlicher oder zu Irritationen neigender Haut?
Wenn Deine Haut zu Rötungen, Trockenheit oder gar Ekzemen neigt, ist eine frühzeitige dermatologische Beratung sinnvoll. In der Privatpraxis Hamburg Dermatologie sind eine gründliche Hautanalyse und auf die besonderen Anforderungen individueller Hauttypen ausgerichtete Therapien Teil des Behandlungskonzepts.
Zudem kann ein gezielter Wechsel auf eine auf den Winter angepasste Pflege sinnvoll sein – zum Beispiel auf niedrigere Wirkstoffkonzentrationen bei Peelings oder eine reduzierte Häufigkeit von Anwendungen mit belastenden Wirkstoffen (z. B. starke Säuren), solange die Hautbarriere nicht stabil ist.
So bleibt die Haut auch im Winter gesund und strahlend schön
Der nachhaltige Schutz winterlicher Haut ist kein Geheimnis. Mit dem Bewusstsein für die besonderen Herausforderungen und eine darauf abgestimmt angepasste Pflegeroutine bekommt die Haut auch in der kalten Jahreszeit alles, was sie braucht. Mit gezielten Pflegemaßnahmen sorgst Du dafür, dass Deine Haut auch bei Frost, Wind und trockenem Innenklima frisch, geschmeidig und geschützt bleibt. So genießt du den Winter mit strahlend schönem und rundum gesundem Teint.

Frau Dr. med. Daniela Wiebels
Hautärztin in Hamburg, ist Fachärztin für Dermatologie, Phlebologie und Allergologie und leitet seit 2012 die Privatpraxis Hamburg Dermatologie. In ihrer Praxis verbindet sie langjährige klinische Erfahrung mit modernen dermatologischen Verfahren – von klassischer Hautarztmedizin über Venenheilkunde bis hin zu ästhetischen Konzepten.
Aus ihrer langjährigen Erfahrung weiß sie, dass die Winterpflege der Haut vor allem darauf ausgerichtet sein sollte, Hautstruktur und Barriereschutz gezielt zu stärken und so den besonderen klimatischen Belastungen der kalten Jahreszeit entgegenzuwirken.